Das Gestein

Der Name Verrucano stammt von rötlichen Gesteinsabfolgen in der Toscana. Schweizer Geologen haben im 19. Jahrhundert den Namen für die uns heute in den Schweizeralpen, z.B. in den Glarneralpen, bekannte Gesteinsformation übernommen. Ausser einer gewissen Ähnlichkeit im Aussehen der beiden Gesteine besteht keine geologische Verwandtschaft. Die Gesteine des Verrucanos der Alpen sind zu Stein gewordene Verwitterungsprodukte alter Gebirge (Variszische Gebirge) des Kontinentes Pangäa. Zu diesen alten Gebirgen gehörten offenbar auch regionale Vulkane – Basalte, Porphyre oder Reste von Aschelagen zeugen davon.

Als typischer Verrucano wird oft eine rote Brekzie (Glarnerland, Murgtal) betrachtet. Auf Grund der Ablagerung der Bausteine des Verrucanogesteins als Flussedimente in die Wüstenbecken gab es eine Entmischung nach Korngrösse. Bis Meter grosse Blöcke, mittlere runde und eckige Gesteine und Zentimeter grosse Stücke wurden nicht weitab von den Orten, wo sie verwittert waren, abgelagert. Kleine Bruchstücke, Sande und winzige Tonplättchen wurden weiter in die Becken hinaus getragen und dort abgelagert. Sozusagen aus der „geologischen Gegenwart“, den Eiszeiten: Rote Gesteine, Verwitterungsprodukte von Brekzien durch die Gletscher aus dem Glarnerland weit ins Züribiet hinunter geschleift. Sie sind dort unter dem Namen Rote Ackersteine bekannt.

Im südlichen Teil des heutigen Verrucanogebietes der Glarner Hauptüberschiebung sind die Gesteine vorwiegend grünlich bis sehr hellgrün und teilweise metamorph verschiefert. Typisch sind sie etwa am Pizol, Foostock, den Tschingelhörnern oder am Piz Sardona. Die grünliche Farbe stammt von einem späteren Wechsel der roten Eisen(III)verbindungen in neue Mineralien mit grünlichen Eisen(II)verbindungen. Das Eisen(III) ist zu Eisen(II) reduziert worden. Der Grund für diesen Vorgang ist wie manches in der Natur nicht eindeutig einer einzigen Ursache zuzuweisen.

Die Gesteine des Verrucano sind zur Hauptsache Silikate, also aus siliziumhaltigen Mineralien aufgebaut. Bei der Verwitterung und der folgenden Bodenbildung entstehen Böden, die eine saure Reaktion zeigen (pH Werte unter 6.5). Viele Pflanzen sind bei ihrer Besiedlung von Lebensraum wählerisch, so gibt es neben eher indifferenten Arten viele andere Arten, die sehr wählerisch sind auf pH-Werte der Böden. Mit dem pH-Wert sind auch andere chemische Eigenschaften von Böden gekoppelt.

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Das über 300 Quadratkilometer grosse Gebiet um den Piz Sardona im Grenzgebiet der Kantone St. Gallen, Glarus und Graubünden wurde 2008 auf Liste der UNESCO-Welterbe aufgenommen.


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